Vogelernährung

Die Physiologie der Vögel unterscheidet sich erkennbar von der anderer Tierklassen: Vögel sind wie die Säugetiere "Warmblütler" (homöotherme, d. h. 'eigenwarme' Tiere), haben aber mit 38–42° eine deutlich höhere (und im Tagesverlauf schwankende) Temperatur als jene, was einen noch höheren Stoffwechsel und Energieaufwand erfordert. Die von Menschen gehaltenen Vögel sind zudem überwiegend recht klein und bewegungsaktiv – mit der Folge, daß die aufgenommene Nahrung schneller als bei größeren Tieren umgesetzt ist.

Kleine und mittelgroße Vögel können daher nicht lange hungern: Während Fische oder Reptilien tage- und wochenlang ohne Futter überleben, sterben viele Vögel ohne regelmäßige Nahrunszufuhr innerhalb von Stunden. Die erste wichtige Regel lautet also: Es muß immer genügend Futter zur Verfügung stehen; "FDH" – ('Friß die Hälfte'), etwa als Rezept gegen Verfettung, ist bei Vögeln völlig fehl am Platze, Bewegungsmangel läßt sich nur durch Bewegung ausgleichen!

Die große Vielfalt der Vogelarten ist die Folge ihrer Anpassung an viele unterschiedliche "Ökologische Nischen" und damit auch an viele unterschiedliche Nahrungsquellen. Es gibt folglich keine Einheitsfutter. Der schlimmste Fehler, der leider immer wieder vorkommt, ist das Füttern frucht- oder insektenfressender Vögel mit Körnerfutter und umgekehrt. Auch wenn die so fehlernährten "Pfleglinge" zunächst überleben: Die inneren Organe sind bald unrettbar geschädigt, und der Vogel verendet jämmerlich.


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