Erste Hilfe bei Krankheit

Vögel sind aufgrund ihres schnellen Stoffwechsels besonders anfällig gegenüber vielen Krankheiten: Wenn diese eine regelmäßige ausreichende Ernährung beeinträchtigen, kümmern sie schnell und sterben. Entscheidend für die erfolgreiche Behandlung ist also die schnelle Diagnose und Therapie. In der folgenden Tabelle finden Sie daher die häufigsten Krankheitsbilder und Krankheitsursachen sowie erfolgversprechende Sofortmaßnahmen:

Krankheitsbild Schnelldiagnose (Sofort-)Maßnahme
Der Flügel hängt, Vogel kann nicht fliegen. Flügelbruch Fügel mit Leukoplast-Verband am Körper fixieren lassen. Oft bleibt der Vogel flugunfähig.
Der Lauf hängt unnatürlich von der Stange. Beinbruch Den Lauf von einem Fachmann mit aufgeschlitztem Strohhalm schienen lassen.
Der Vogel liegt mit dem Bauch auf der Stange oder dem Boden auf und hüpft unsicher. 1. Beinbruch;
2. Teilweise Lähnung.
1. Beinbruch: s. o.;
2. Vitamine gegen Lähmung. Ist Legenot auszuschließen?
Der Vogel bleibt beim Abfliegen z. B. vom Volierengitter an diesem hängen. 1. zu lange Krallen;
2. falsches oder zu langes Nistmaterial.
1. Krallen schneiden;
2. falsches Nistmaterial ersetzen.
Die Zehen sind verfärbt oder geschwollen. 1. Gewebebrand (Gangrän) durch Verletzung, Erfrierung, zu enge Ringe;
2. Gelenkentzündung, Infektion.
1. Die Ursachen ausschließen, Zehen säubern und mit Desinfektionssalbe einreiben, evtl. amputieren;
2. Mehr Bewegung in einer großen Voliere!
Die Zehen oder Läufe sind krumm. 1. Rachitis, Bewegungs- oder Vitaminmangel;
2. Gelenkentzündung.
1. Vitaminreiches Futter, Vitaminpräparat;
2. Mehr Bewegung, d. h. eine größere Voliere!
Die Läufe und Zehen sind dick und schuppig. 1. übermäßiges Hornwachstum durch Vitamin- und Mineralstoffmangel;
2. Grabmilben (Räude).
1. Das übermäßige Horn vorsichtig mit einer Nagelfeile abfeilen, Ernährung verbessern;
2. Das Horn mit einem Präparat bestreichen.
Der Schnabel ist verformt s. o. s. o.
Der Vogel ist träge, verdreht den Kopf oder taumelt und zuckt mit Flügeln und Läufen. 1. Gehirnerschütterung;
2. Vitaminmangel;
3. Infektion, Vergiftung;
4. Gen-Defekt bei Jungvögeln.
1. Im Krankenkäfig zur Ruhe kommen lassen und abwarten;
2. Die Ernährung verbessern;
3. Die Ursachen erforschen, den Vogel isolieren und behandeln lassen (Antibiotika);
4. Euthanasie.
Der Vogel ist nervös, pickt im Gefieder, kratzt sich heftig, ist auch nachts unruhig. Ektoparasiten: Rote Vogelmilben, Federlinge, Läuse Das Gefieder mit einem Präparat einpinseln oder -pudern; die Voliere einschließlich der Ausstattung gründlich säubern und desinfizieren.
Der Vogel ist träge, kurzatmig und schon nach kurzem Flug erschöpft. Fettsucht, zu fetthaltiges Futter und Bewegungsmangel. Fetthaltige Sämereien und tierische Nahrung (z. B. Eigelb) vermeiden; mehr Bewegung!
Die Nasenöffnungen sind verstopft oder schleimig. 1. Erkältung;
2. Infektion;
3. Vergiftung durch Dämpfe.
1. Wärme zuführen;
2+3. Zum Schutz der anderen Vögel im Krankenkäfig isolieren, evtl. Antibiotika.
Der Vogel atmet schwer und hörbar mit weit geöffnetem Schnabel. 1. Erkältung;
2. Infektionen;
3. Luftsackmilben und andere Parasiten.
1. Wärme zuführen (im Krankenkäfig);
2. Im Krankenkäfig isolieren, Antibiotika;
3. Mafustrips gegen Luftsackmilben (Anweisungen beachten!), den verseuchten Boden in Außenvolieren erneuern.
Der Kot ist dünnflüssig, Durchfall. 1. Darmerkrankung; 2. Erkältung; 3. Infektion, 4. Endoparasiten 1+2. Wärmebestrahlung;
3. Im Krankenkäfig isolieren, Antibiotika;
4. Desinfektion, Sulfonamide.
Das Weibchen preßt vergeblich, ist erschöpft, hat Atemnot und schließlich Beinlähmung. Legenot Wärmebestrahlung, Ruhe; das Ei von einem Fachmann entfernen lassen.
Der Eileiter hängt aus der Kloake. Eileitervorfall Lebensgefahr! Evtl. läßt sich der Eileiter zurückschieben.

Die vorstehende Tabelle gibt oft nur verkürzte und allgemeine Hinweise und Erste-Hilfe-Empfehlungen, sie ersetzt also nicht die Anschaffung eines Buches über Vogelkrankheiten oder gar den Tierarztbesuch.


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